Liebe Schulgemeinde,
die Tage vor und an Ostern laden uns dazu ein, über die Übergänge in unserem Leben nachzudenken. Über die Momente, in denen etwas zu Ende geht und wir noch nicht sehen können, was neu werden wird. Zeiten, die sich unsicher anfühlen und vielleicht auch dunkel sind. Es sind Lebenssituationen, in denen sich zeigt, wie nah sich Dunkelheit und Hoffnung sind und wie leise schon etwas Neues beginnen kann. Gerade auch in unserem schulischen Alltag kennen wir solche Übergänge: Ein Schuljahr neigt sich seinem Ende zu, abschließende Prüfungen fordern uns heraus, Zukunftswege sind manchmal noch unklar. Nicht immer ist sofort sichtbar, was gelingt und was wachsen kann. Diese Phasen des Übergangs sind aber auch oftmals Momente von neuen Möglichkeiten, von Entwicklung und Neubeginn.
So feiern wir an Ostern das Leben schlechthin, mit seinen Durchbrüchen, dem Gelingen aber auch den Widersprüchen und Übergängen. Wir feiern das Leben, das verloren scheint und neu geschenkt wird. Wir dürfen erahnen, dass Gottes Bund nicht in der Dunkelheit des Todes aufhört. Dieser Bund trägt durch den Tod hindurch. Neues Leben beginnt. Hoffnung erwächst dort, wo wir sie kaum zu hoffen wagen.
In der Geschichte von Jona ist das Geschehen von Ostern bereits vorausgedeutet. Drei Tage bleibt Jona in der Tiefe, in der Dunkelheit, die sich wie eine Endstation anfühlt. Alles scheint vorbei zu sein. Doch auf sein Gebet hin wird ihm ein neuer Anfang geschenkt. Diese uralte Erzählung ist wie ein leiser Hinweis: Die Dunkelheit hat nicht das letzte Wort. Gott schenkt neues Leben.
Diese Hoffnung darf auch unsere Hoffnung sein - gerade in unserem Alltag, in unserer Arbeit mit den uns anvertrauten Menschen. Zuweilen erleben wir Grenzen oder herausfordernde Situationen. Und doch: Wo Herzensgüte bleibt, wo wir einander beistehen, da führen Wege ins gelingende Leben.
Diese Hoffnung und Erfahrung soll in unserer Schule und an allen Orten des Lebens weitergetragen werden, in kleinen Gesten, in offener Haltung und in unserem täglichen Tun. Denn so wird Ostern erfahrbar werden. Es wird ins Leben übergetragen bei dir, bei mir und bei uns allen.
Wir wünschen Ihnen und euch ein gesegnetes Osterfest voller Hoffnung, Kraft und gelingendem Leben.
Werner Klemp & Michael Schmitz






